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Eure Julia muss am Berg Vorbereitungen zum großen "Krippenstein chilled"-Event treffen, was eine Übernachtung auf der Lodge notwendig macht. Seeehr unangenehm ;))) - vor allem bei traumhaftem Sonnenschein am Tag und einer Fast-Vollmondnacht!
Nach dem Abendessen meint Lodge-Wirt Toni "Kumm, geh ma hundeln!" und ich habe noch keine Ahnung, was jetzt kommt. Vorab stehe ich noch etwas abseits des Huskyrudels, als selbst (je nach Benehmen des Flohbalgs mehr oder weniger) stolze Besitzerin eines Kampf-Couch-Caniden ist man ja vorsichtig, aber Toni bedeutet mir, näher zu kommen. In all den Jahren am Berg waren seine Hunde immer freundlich zu Besuchern, auch wenn sich diese nicht immer respektierlich zeigten, erzählt er stolz.
Das Rudel wird unruhig, die Tiere wissen, was jetzt kommt: die große Jagd! Moni, Tonis Tochter, versammelt die Hunde um sich und läuft bergab, das ganze Rudel hinter ihr nach, inklusive mir. Im Laufen stupsen ein paar feuchte Nasen an meine Hand, wollen wissen, wer die Fremde ist, die da mit auf die Jagd geht. Wir sind unterwegs in Richtung Heilbronner Kreuz, die Winterlandschaft ist vom Fast-Vollmond hell beleuchtet und weit in der Ferne liegt das beleuchtete Bad Goisern, sieht von hier aus wie eine Millionenmetropole!
Ich frage nach dem "Boss" im Hunderudel - die Antwort "WIR!". Moni berichtet, dass einer der Rüden momentan nach der Weltherrschaft strebt und sie keine wirkliche Freude damit hat, weil die intellektuellen Fähigkeiten des Kandidaten zu wünschen übrig ließen ... vorsichtig formuliert! Toni lacht "Red ma gar net drüber, sonst glaubt er noch wirklich, er kann der Chef werden!".
Ich darf auf den Hundeschlitten und versuchen, das Ding zu steuern. Aus tierschützerischen Gründen spannt Toni den Skidoo statt der Hunde vor - Julia on sled darf man den süßen Kerlen nicht zumuten ;)))) und ich muss feststellen, dass Hundeschlittenführer zu sein alles andere als einfach ist. Man kann den Schlitten in sich verbiegen, um zu lenken und wenn es bergab geht, steigt man auf eine dornbewehrtes Pedal, das als Bremse dient. Lenken und bremsen gleichzeitig zu tun gelingt leider nicht und ich krache voll in den Skidoo ... Vielleicht sollte ich daheim mit Couch-Karli, meinem allerliebsten Flohbalg und dem Kinderschlitten üben? Wobei Flohbalgi ja die Couch eindeutig dem Outback vorzieht, aber keine Musherqueen fiel je vom Himmel ...
Auf dem Hinweg laufen noch alle entspannt, auf Tonis Zeichen wird umgekehrt und es geht in wilder Jagd nach Hause zur Dogbase, ganz wie bei der Jagd in der freien Wildbahn! Dort verziehen sich die Hunde mit getrockneten Pansen zufrieden in ihre Nachtquartiere auf der Dogbase.
Die Dogbase ist ein kleines Häuschen, das neben den Hundequartieren auch einen gemütlichen Raum für Gäste, die gerne bei ihren Lieblingen bleiben möchten, anbietet. Wobei mein liebster Flohbalg sicher am Dachboden vom Paradies träumen würde - der ist nämlich voller getrockneter, fleischiger Köstlichkeiten!
Es war anno dazumal, im Jahre Schnee, als ich mit 13 Jahren das erste
mal auf den "Stoa" gefahren bin. Zu allererst eher mit einem Raunen
begleitet, weil andere Hauptschulen den Arlberg unsicher machten,
müssen wir in ein Skigebiet, wo es angeblich nur eine Gondel und eine
Piste gibt. Wie man halt so ist mit 13, waren das nicht gerade die
Superlativen die mir zum Jubeln verhalfen. Es scheint mir aber eine
perfekte Verkettung von Umständen gewesen zu sein, was zu der Tatsache
führte, das der Krippenstein der bis jetzt einzige Ort auf der Welt
ist, an dem ich vollkommen zufrieden bin:
Schließlich kamen wir in der Sporthauptschule Obertraun an, alles war
bestens, erster Tag: Gruppeneinteilung. Der Skilehrer der ersten
Gruppe (der übrigens wie ich auch Claus heißt) war, wie man auf
Oberösterreichisch so schön sagt: "A wüda Hund". Zum Leidwesen unserer
Lehrer und aller restlichen Skigruppen hat es (wiederum ein Wink mit
dem Schicksal) in diesen Tagen geschneit was der Himmel hergab. Somit
waren wir die einzigen am Berg, ... geführt von am "wüden Hund". Ob
der Tatsache, dass wir schon alle halbwegs fit auf den Brettln waren,
hatte keiner weder Freeride-Dinger unter den Füßen, noch konnte sich
keiner mit seinen 140cm "wirklich" über den Schneemassen halten
(Rückblickend sehr lustig). Aber es war traumhaft und nichts weniger
als der Grundstein zu einer "wahren Liebe" zum Krippenstein.
Derweilen sind jetzt ca. 10 Jahre vergangen. Ich sitze mit meinem
MacBook in Wien herum und schaue Tag ein Tag aus auf die Website vom
Krippenstein. Natürlich wegen der Webcam. (Ob ihrs glaub oder nicht:
Ich zucke aus, wenn das Ding nicht bald wieder funktioniert!) Auf alle
Fälle hatte ich soeben meine letzte Prüfung für dieses Semester und
morgen gehts ab nach Hause und dann sofort zum "Stoa". Es ist all
jenen, die noch nie einen "perfekten" Tag am Krippenstein erlebt
haben, unmöglich zu beschreiben, welche Gefühle auf diesem Berg frei
werden. Plötzlich sind deine Probleme nur mehr winzig klein. Ich werde
so gut wie nie sentimental: Doch wenn ich mich auf dem Weg zur
Schönbergalm befinde, links eine der besten Abfahrten, die es in
Österreich gibt und rechts das Dachsteinplateau, dann gibts nur ein
Wort, was dieses Gefühl beschreibt: Demut. Die wahre Schönheit und
Macht der Natur bricht hier auf einen herab. Doch Schluss der
Sentimentalität!
Spätestens wenns über die Felsen unterm "Starthäusel" geht, wenn man
wieder mal an irgend einem Seil hängt, weil man sich dachte: "Do gehts
scho irgendwie obi", oder wenn man auf unverspurten Wegen Richtung
Angeralm unterwegs ist, spätestens dann ist Abenteuer pur angesagt.
Jetzt war ich schon so oft auf diesem Berg und immer wieder erlebt man
neue Facetten, die das Gebiet, so scheint es mir, hinter jedem Felsen
versteckt hält. An dieser Stelle muss ich nun aufhören Werbung zu
machen, ansonsten wird der Eintrag äußerst unglaubwürdig :-) aber es
ist so: Ich bin süchtig nochm "Stoa". Am Samstag gehts wieder los: Es
hat geschneit und ich bin abermals extremst motiviert weitere "2
schönste Tage meines Lebens" zu verbringen!
Anmerkung: Ja, der Berg verzeiht keine "Abkürzungen" welcher Art auch
immer. Doch Gott sei Dank liegen da immer wieder Seile in der Gegend
rum. An dieser Stelle Danke dafür und eine Warnung an alle, die so wie
wir immer wieder nach den Varianten der Varianten suchen: Lasst es
nicht drauf ankommen! :-)
Eure Julia ist immer noch mit Hendrik, dem Radiojournalisten am Weg und auf der Suche nach guten O-Tönen. Wir fahren mit der Teilstrecke drei gen Talstation und nehmen den mittlerweile gut beschilderten Weg zur Gjaidalm. Dort treffen wir Michael, den Hüttenwirt, und lassen uns mit biologisch-nepalesischem Bergsteigeressen bewirten. Köstlich - ich liiiiebe Linsen - Hendrik ist männertypisch Fleischesser und verzieht ein wenig das Gesicht hihi.
Michael macht den Vorschlag, dass er und Toni uns das Gjaidalm "Outback" zeigen, was einen kleinen Ritt auf Skidoos notwendig macht! Eure Julia ist natürlich begeistert - schließlich der geborene Speedfreak! Es geht also bergauf bergab, bis Toni stehen bleibt und etwas über die Geheimnisse der Zirben erzählt. Der geneigte Leser erwartet jetzt wahrscheinlich etwas über den Zirbenschnaps zu erfahren, tatsächlich schwärmt Toni von der Widerstandskraft und der majestätischen Geduld, mit der die teilweise uralten Bäume den harten Wetterbedingungen am Dachstein-Plateau trotzen.
Früher wurden Zirben, in die der Blitz einschlug oft für abgestorben gehalten und gefällt, Toni hat bei seinen Beobachtungen aber bemerkt, dass die jungen Zirben zum Aufkommen den Windschatten der alten Bäume und einen Untergrund möglichst mit Preiselbeeren in der Umgebung brauchen.
Und wirklich, es steht immer ein alter Baum und einige jüngere in dessen Lee! Toni berichtet von Outdoor Camps, bei denen er die Teilnehmer unter einer Zirbe sitzen lässt, um die ganze Kraft und unglaubliche Ausstrahlung dieser besonderen Pflanzen zu erfühlen! Leider bleibt keine Zeit, dass Eure Julia dies selbst ausprobiert, wird aber demnächst nachgeholt! Bericht folgt an dieser Stelle!
Julia: Schneeschuhtour zu den 5fingers
9 Uhr: Hendrik, ein Radioredakteur, der Interviews und Beiträge vom Krippenstein aufnehmen möchte, und ich, Eure Julia, sind mit Tennisschlägern an den Beinen (sprich von der Lodge geliehenen Schneeschuhen ;)))) unterwegs zu den 5fingers.
Super Wetter, eiskalt, der Schnee knirscht. Eure Julia ist nicht gerade das Schneeschuh-Talent und Orientierungs-Genie - ich beschließe trotzdem spontan, Schneeschuh-Orientierungsläufe zu veranstalten und gleich als olympische Disziplin anzumelden! Nach einer Viertelstunde Transpiration präsentieren sich die 5fingers mit genialer Fernsicht, der Hallstätter See liegt ruhig zu unseren Füßen - hier gibt es also nicht wirklich etwas aufzunehmen, zu still!
Hendrik wundert sich über das kleine "Sprungbrett", also den längsten der Fingers, der allerdings nicht zugänglich ist. Basejump-Plattform? Selbstmordgerät? Einfach nur Mittelfinger?
Am Rückweg finden sich geniale Fotomotive, z.B. etwas, das aussieht wie ein Schneehasen-Bemmerl. (Bemmerl = österreichisch für Stoffwechselendprodukt). Man könnte dazu einen Fotoratespiel-Wettbewerb machen auf der website - muss aber vorher Toni, den Lodge-Wirt fragen, um was es sich bei dem mysteriösen Kügelchen tatsächlich handelt ;))).
Die Ruder-Nationalmannschaft trainiert am Krippenstein und Eure Julia darf Empfangskommitee am Berg spielen und Fotos der Jungs machen. Was erst einmal warten bedeutet, die Athleten kommen nämlich mit etwas Verspätung. Einige haben versucht, Abkürzungen zu nehmen und mussten umkehren - wenn man sich am "Stoa" nicht super auskennt, lässt der Berg das nicht zu! (Wobei Toni von der Lodge ein wachsames Auge auf die Abkürzungs-Schwindler hatte, Gott sei Dank!)
Die Ersten meistern die 1500 Höhenmeter und elf Kilometer der Abfahrt mit Tourenski in beeindruckenden zwei Stunden. Wobei die Jungs nicht nur durch ihre Fitness beeindrucken - Bedingung zur Aufnahme ins Nationalteam scheinen, abgesehen von gestählten Körpern, superblaue Augen und ein blitzweißes Strahlelächeln zu sein - kein schlechter Job, dieses Fotoshooting ;))))).
(An dieser Stelle ein Hinweis: der "Wedler von Gosau", Julias Schatzilein, muss jetzt nicht eifersüchtig sein - würde man ihn doch niiiemals eintauschen!!! Niiiiemals!!!)
Julia: Pistenspaß und Bergrettungsmahnungen
Eure Julia ist mit Anfängern am Krippenstein unterwegs - der berüchtige "Wedler von Gosau", ein besonders ehrgeiziger Skianfänger, der hauptsächlich im gefährlichen Schuss unterwegs ist, ist mit von der Partie.
Bedeutet einen ganzen Tag auf der Piste und keine Chance auf Freiheit und Powder. Egal, dafür muss ein neuer Pistenspeedrekord aufgestellt werden, um die nächste Gondel zu erreichen. In geschlagenen zehn Minuten haben wir die elf Kilometer gemeistert - trotz Wedler als Skibremse :))). Der Wedler behauptet, er wäre noch viel schneller gewesen, wenn seine Kanten geschliffen gewesen wären und außerdem hat er bei der Streif-Abfahrt gesehen, dass die Ski auch viel länger sein müssen ...! Jo genau!
Wir treffen Fred, den Chef der Bergrettung zu Mittag auf der Hütte. Er hat interessante Dinge zu erzählen, wie eine Bergung aus einer Doline funktioniert zum Beispiel, oder wie schwierig es ist einen Akja zu steuern, dass viele in Bergnot Geratene ohne die Pflichtausrüstung wie Lawinenpieps und Schaufelrucksack ins Gelände gehen, dass die Bergrettung Obertraun oft mehrmals täglich (!!) zu einem Einsatz gerufen wird, dass wenn man nicht versichert ist eine Bergrettung ganz schön teuer werden kann, dass man mit der Lawinensonde ganz vorsichtig arbeitet und noch nie jemand dabei erstochen wurde (die größte Angst unseres Wedlers) ...
Und dass am Krippenstein die Zusammenarbeit der Bergrettung mit den Hüttenwirten und den Outdoor Leadership Guides super funktioniert, dass bei einem Notruf alle sofort reagieren, die in der Nähe sind, um wertvolle Zeit zu gewinnen. Beruhigt mich nicht wirklich - ich bleib lieber vorsichtig!
Julia: KARL MOESTL played Krippenstein - and Julia played here, too ...
Strahlender Sonnenschein, super Musik, lustige Mädels an der eigens erbauten Schneebar - jeder der nicht dabei war, hat was versäumt! Mehr gibts nicht zu sagen ;)))).
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